Unser Familienbetrieb auf Augenhöhe ist schon etwas Besonderes

Manchmal ist es ja schon verrückt. In der Schule fiel mir alles was mit Technik zu tun hatte, schwer.

Darum wählte ich den sprachlichen Bereich und entschied mich nach dem Abitur für ein Deutsch-Studium. Schon nach zwei Monaten war spätestens im Literaturkurs klar, dass ich bei den Buchbesprechung die Gedanken der Autoren nicht nachvollziehen und interpretieren konnte.

In der Zwischenstand hatte ich ganz andere Überlegungen. Mein Großvater hatte einen Betrieb aufgebaut, den nun schon einige Jahre mein Vater führt. Sollte ich in den väterlichen Betrieb einsteigen, um das „Erbe“ mal später weiterzuführen?

Ich entschied mich, diesen Schritt zu gehen. Das überraschte auch meine Eltern. Parallel zu meinem Studium des Bauingenieurwesens, arbeitete ich nun in den Semesterferien praktisch in allen Abteilungen abwechslungsweise mit. Am Besten gefiel es mir in den Hallen.

Auch extern konnte ich bei einem großen Generalunternehmer Erfahrungen sammeln. Bei Bilfinger Berger AG Bauunternehmen arbeitete ich auf der Baustelle von Rhode & Schwarz in München mit. Spannend für mich dabei, mitzuerleben, was die Schnittstellen bei dem großen Zusammenspiel der unterschiedlichen Gewerke sind. Wo sind die Probleme der Elektrik, des Trockenbauers oder auch des Fensterbauers.

Meinen Fachingenieur Fenster und Fassade habe ich dann auch noch gleich an´s Studium dran gehängt. Denn die Welt der Zahlen und der Konstruktion lag mir viel besser als gedacht. Dabei konnte ich am Institut für Fenstertechnik in Rosenheim Einblicke in das Bauvertragsrecht, die Regelwerke für Bauteile und Baustoffe sowie die Grundlagen der Fenster- und Fassadenstatik gewinnen.

Wenn man sich mit dem Thema „elterlicher Betrieb“ und „Weiterführung“ beschäftigt, ist man wohl auch automatisch an dem Punkt, an dem man sich überlegt, wie man wohl später einmal selbst dies oder das machen würde.

So wie sich das Unternehmen heute nach 45 Jahren seines Bestehens am Markt etabliert hat, haben mein Opa und auch mein Vater wohl das Meiste richtig gemacht.

Für die Zukunft vertraue ich meinem Ehrgeiz und bin froh, auf den Erfahrungsschatz unserer langjährigen Profis zurückgreifen zu können. Zur Zeit arbeite ich im Technischen Büro voll mit und bin froh, zwischen unseren Senior-Profis und jüngeren Projektleitern zu sitzen und zu lernen. Jeder hat eine eigene Art mit Dingen umzugehen und aus dieser Vielfalt von Erfahrungen und Einschätzungen lerne ich täglich dazu.

Lisa Wölz