Wittenberg und Wölz - wie kommt das zusammen?

Benjamin Jenzsch sitzt ruhig und entspannt an seinem Schreibtisch, schräg gegenüber seines Ausbilders und direkt neben ??, der ebenfalls seine Ausbildung bei Wölz macht.

Bereits seit über 3 Jahren ist Benjamin hier; wenn man allerdings hört, woher er kommt, frägt man sich schon, was macht ein junger Mann von so weit weg in Schwaben? Er kommt aus der schönen Lutherstadt Wittenberg, die an der Elbe im Osten Deutschlands liegt. Etwa 7 Stunden Fahrtzeit benötigt man mit dem Zug, mit dem Auto ist es nicht viel weniger, je nach dem, zu welcher Uhrzeit man fährt.

Vermutlich begann wohl alles mit seinem Hobby, das er bereits in der 5. Klasse für sich entdeckte. Da nämlich wurde in seiner Schule Modellschiffsbau angeboten, das Benjamin fesselte und nie mehr los lies.

Zusammen mit dem Beruf seiner Mama als Bauzeichnerin, war dann in der 9. Klasse klar, dass die Ausbildung wohl in diese Richtung gehen sollte. Im Bereich Schiffsbau konnte kein Praktikum gefunden werden, aber als Technischer Systemplaner in einem Konstruktionsbüro direkt in Wittenberg selbst. Um die Erfahrungen aus diesem Praktikum zu vertiefen, machte Benjamin in der 10. Klasse gleich noch mal eines, im gleichen Büro. Herr Schulz, der Besitzer, bot ihm seine Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche an, falls er selbst nichts finden würde.

Und so kam es, Benjamin kam auf das Angebot von Herrn Schulz zurück. Und jetzt die Fügung: Das Konstruktionsbüro Peter Schulz arbeitet als externes Büro für uns!

Als Herr Jenzsch sich in den darauffolgenden Pfingstferien in Gundelfingen vorstellte, war beiden Seiten gleich klar, diese Ausbildung und dieser junge Mann sollten es sein. Benjamin zog zum Ausbildungsbeginn in den ersten Monten zu seiner in der Nähe von Ulm lebenden Oma. Da die Anreise doch etwas beschwerlich war, kam Benjamin auf uns zu, und bat um Hilfe bei der Wohnungssuche. Nicht jeder Wohnungsbesitzer gibt gleich einem unbekannten jungen Herrn eine Chance. Aber gemeinsam schafften wir es, Benjamin wohnt seit dem in einer kleinen Wohnung und kommt ohne große Fahrtzeit zu seinem Arbeitsplatz.

Spricht man Benjamin auf sein Hobby Funktionsmodellbau an, so kann er sehr ausführlich und begeisterungsfähig darüber erzählen, die Kalenderfotos an seinem Schreibtisch tun dazu ihr übriges.

Aber genauso engangiert kann er über seinen Beruf, der genau das ist, was er für sich gewünscht hat, sprechen. Grundsätzlich ist Herr Jenzsch der Meinung, dass man sich hinter seine Ausbildung einfach klemmen muss und stetes Fragen stellen sollte. Auch die eigenen Ansprüche sollten angepasst werden - also im kleinen beginnen und dann kontinuiertlich gesteigert werden.

Was ihm am Berufsbild "Technischen Systemplaner" so gut gefällt ist, dass man Vorstellungen umsetzen kann. Dies verbindet er mit seinem Hobby, bei der er ebenfalls zuerst eine Idee oder Vision vor Augen hat, und diese dann versucht in die Realität umzusetzen. Bei beiden Bereichen ist ihm aber auch bewusst geworden, dass man zwar alles planen kann, die Tatsachen aber z. B. dann auf den Baustellen, oft eine Korrektur des Planes erfordern. Bei seinen Baustellenbesuchen und in der Zeit, als er während der Ausbildung auch in der Montage eingesetzt war, ist ihm dieses sehr deutlich bewusst geworden. Auch bekommt man für die Probleme der Personen an den jeweilen Schnittstellen mehr Verständnis.

Das Thema Tolerenzen spricht Benjamin ebenfalls an. Wo sind Toleranzen möglich, welche Unterschiede gibt es überhaupt - ein Millimeter Toleranz bei einem Fenster ist viel, beim Gewerk Rohbau ist ein Zentimeter fast nichts.

An seinem Ausbildungsbetrieb gefällt ihm besonders der familiäre Umgang; dies kann er auch immer bei seinen Berufsschulkollegen hören, wenn sie sich beim Blockunterricht darüber unterhalten. Und dass man nie allein gelassen wird, wenn Probleme auftauchen, oder man bei etwas - egal was - Hilfe braucht.

Benjamin Jenzsch hat seinen "Traumberuf" gefunden.