Neubau Volksbank-Zentrale in Freiburg

  • Ansicht Aula und Pausenhof St. Ursula Gymnasium

  • Neue Zentrale der Volksbank Freiburg bei Nacht

  • Straßenansicht Bismarckalee/Eisenbahnstraße

Volksbank Freiburg

Bereits seit 2011 wurde über einen möglichen Neubau als Alternative zur notwendigen Sanierung des 1974 erstellen Volksbank-Gebäudes in Freiburg nachgedacht.

Die Strabag Real Estate GmbH wurde mit der Projektentwicklung für das Bauvorhaben beauftragt. Die zuvor durchgeführte Machbarkeitsstudie des Beratungsunternehmens Dress & Sommer prüfte die Wirtschaftlichkeit des Neubaus. Da für die Sanierung der angrenzenden Schul-Aula des St. Ursula Gymnasiums schon länger nach Lösungen gesucht wurde, drängte sich aufgrund der Lage der Grundstücke die Zusammenarbeit geradezu auf. Das Konzept aus einer interessanten Mischung aus Bankfiliale, Büroflächen, Hotel, Handel, Gastronomie und Tiefgarage wird das Gebäude langfristig rentabel halten. Als Bauherrengemeinschaft schlossen sich die Volksbank Freiburg sowie der Breisgauer Katholische Religionsfonds zusammen.

Im Jahre 2015 fand ein geschlossener Architektenwettbewerb mit 12 geladenen Architekturbüros statt. Im Frühjahr 2017 wurden drei zweite Preise vergeben und die ausgewählten Büros zu einer Überarbeitungsphase eingeladen. Schon drei Monate später überzeugten die Pläne des Architekturbüros Hadi Teherani mit Sitz in Hamburg die Jury. Dessen Entwürfe erregen schon seit vielen Jahren Aufsehen. So stammt auch die Architektenleistung für die Kölner Kranhäuser aus diesem Hause. Gestalterische Grenzen zu überschreiten, sei einer seiner großen Ansprüche, so Hadi Teherani in seinem Internetauftritt.

Als Interimslösung für die Filiale konnte ein in unmittelbarer Nähe zur zukünftigen Baustelle gelegenes ehemaliges Bankgebäude gefunden werden. Im Sommer 2017 zogen die Mitarbeiter und alle Abteilungen in die angemietete Immobilie. 11 Monate Abrisszeit folgten und 130.000 qm umbauter Raum wurde abgebrochen. Alle Wertstoffe wie Bleche, Wasserrohre und Kabel wurden einer Wiederverwertung zugeführt. Selbst die Fassadenplatten des ehemaligen Hotels wurden mühsam mit der Hand demontiert und recycelt. Der übrige Bauschutt wurde entweder für das Auffüllen der Baugrube verwendet oder diente zerkleinert als Grundmaterial für den Straßenbau.

Aufgrund seiner exponierten Lage als eines der ersten Gebäude zur Innenstadt, direkt am Hauptbahnhof gelegen, erfüllt das Projekt vielfältige Anforderungen an das Stadtbild. So sollte der Neubau den Zugang zur Altstadt nicht verstellen, sondern als Teil der Innenstadt wahrgenommen werden. Ein wichtiger Punkt in der Gestaltung des Projektes war deshalb die Fassade des 65 Meter hohen Gebäudes. Material, Abstände und Beleuchtung mussten städteplanerisch ins Gesamtbild passen. So werden die längs verlaufenden Lisenen durch die Versetzung der Kuben optisch unterbrochen. Dies nimmt dem Gebäude seine Strenge und spiegelt Offenheit und Transparenz. 

Die Bebauung des Volksbank-Areals war nicht nur für Metallbau Wölz der größte Auftrag in der bisherigen Firmengeschichte. Auch für das Generalunternehmen Ed. Züblin Direktion Karlsruhe ist es der bis dahin größte Schlüsselfertigbau ihrer Geschichte.

Pünktlich zum Jahreswechsel 2019/2020 begann der Innenausbau mit dem Einbau der Fenster und der Montage der Fassade. Die raumhohen absturzsicheren Fenster wurden im System Schüco ADS 75. BS HI ausgeführt. Die dreifachverglasten Fenster besitzen eine Schallschutzverglasung mit einem g-Wert von 0,36.

Die vorgelagerten Lisenen aus eloxiertem Aluminium sind teilweise mittels LEDs beleuchtet und geben dem Gebäude bei Nacht eine nochmals anders anmutende Erscheinung. Die vertikal angeordneten Lamellen werden durch senkrechte und waagrechte Elemente mit unterschiedlichen Skalierungen unterbrochen, die in der Gesamtbetrachtung aber als Einheit wahrgenommen werden. Die zweigeschossige komplett verglaste Pfosten-Riegel-Fassade an den Gebäudeecken vermitteln Transparenz und unterstreichen die Großzügigkeit der Eingangshalle.

Die Brüstungsverkleidungen sind mit einer integrierten Fassadenentwässerung aus Alucobond versehen. An den Gebäuderücksprüngen wurde am Fußpunkt mit Entwässerungsrinnen und Kammrostabdeckungen gearbeitet. Insgesamt wurden in der neuen Volksbank Freiburg mehr als 9.090 qm Glas verbaut. Auf den 43.000 qm Bruttogeschossflächen nutzt die Volksbank Freiburg davon 11.000 qm als eigene Büroflächen und für die Filiale. Das integrierte Courtyard by Marriott Hotel bietet im ersten Stock des Neubaus Empfang, Frühstücksraum, Restaurant, Bar, Lounge sowie einen Tagungsraum. Die 156 Hotelzimmer erstrecken sich über die restlichen Etagen nach oben.

Auch das angrenzende St. Ursula Gymnasium erhielt einen neuen, vergrößerten Schulhof, der sich über eine außenliegende Treppe in die verglaste Aula erstreckt.

Im Frühjahr 2021 konnten die letzten Arbeiten an der Volksbank Freiburg fertig gestellt werden. Bereits im April 2021 zogen die ersten Mitarbeiter in das neue Gebäude ein. Die neue Arbeitswelt in den hellen und offenen Büroräumen vermittelt Wohlfühlatmosphäre und vereint verschiedene Arbeitsweisen und Arbeitsvorlieben.

Metallbau Wölz führte aus:

  • Aluminium Fenster
  • Aluminium Pfosten-Riegel-Fassade
  • Blechverbundkassetten Aluminium

Weitere Links zum Objekt:

Volksbank Freiburg vom 08.07.2021 - Eröffnung der neuen Zentrale der Volksbank Freiburg
Badische Zeitung vom 19.05.2021 - Umzug der Volksbank Freiburg in den letzten Zügen
Badische Zeitung vom 15.10.2018 - Grundsteinlegung für die Freiburger Volksbank
Architekt Hadi Teherani - Volksbankareal Freiburg

  • Die neue Zentrale der Volksbank in Freiburg als Tor zur Altstadt

    Die neue Zentrale der Volksbank in Freiburg als Tor zur Altstadt

Auf einen Blick:

Anschrift:

Bismarckallee/Eisenbahnstraße,
79098 Freiburg

Fertigstellung:

Frühjahr 2021

Bauherr:

Volksbank Freiburg und
Breisgauer Katholischer Religionsfonds

Bildrechte:
Klaus Polkowski für die Volksbank Freiburg
Britt Schilling für die Volksbank Freiburg

Auftraggeber:

Ed. Züblin, Direktion Karlsruhe,
Bereich Freiburg
www.freiburg.zueblin.de

Architekt:

Hadi Teherani Architects,
22767 Hamburg
www.haditeherani.com

Objektverantwortlicher bei Wölz:

Wolfgang Kindig

Auftragssumme:

8,2 Mio. €